Vor über eineinhalb Jahren hatte ich die Ehre schon einmal ein Sozibrain-Album zu rezensieren.Auch vom neuen Album hat mir der gute Bumi wieder ein Exemplar zukommen lassen.
Zu erst mal war ich über den Sound sehr erstaunt! Im Vergleich zum alten Album liegen da wirklich Welten dazwischen.
Die Songs decken einen breiten Geschmack ab. Man merkt auf jeden Fall, dass dieses Album ein musikalisches Experiment ist. Ska, Punk, Crossover und Baladen – auch mal mit witzigen Ansagen. Und dieses experimentieren tut Sozibrain wirklich gut!
Sind die einen Songs für musikalisch anspruchsvolle Hörer konzipiert, muss man sich für andere schon fast fremdschämen. Vielleicht bin ich schon etwas zu alt dafür, aber ich mag keine Lieder die mir vorschreiben wie man zu leben hat und was man zu fühlen hat. Teilweise empfand ich es wirklich peinlich, wenn man die Kirche, Anzugträger und ähnliches denunzieren muss – jetzt mal unabhängig davon was ich davon halte – nur um bei den Fans zu punkten.
Besonders hervorgestochen haben folgende Lieder:
- Dieses Lied heißt nicht Johnny: Geht richtig ab!
- Renaissance (feat. Madizinah & P-Flow): Punk und Rap in einem Lied – das geht sehr gut. Fast schon in professioneller crossover-manier ergänzen sich die Acts perfekt.
- Wenn man alte Feinde trifft: Guter Text und Melodie. Der Höhepunkt des Albums meiner Meinung nach.
- Strassenmusikant: Süß
Sozibrain hat sich weiter entwickelt, ist aber noch nicht angekommen. Einschränkende, linkspolitische Sichtweisen machen die gute Musik teilweise etwas madig. Musikalisch ist die Band aber so gut wie nie, ich denke dass man definitiv in Zukunft mehr von ihnen hören wird.