Gestern war in Adelsheim Eisregen mit den Vorbands Immortal Remains und Hämatom. Wir kamen zwar schon etwas zu spät, aber trotzdem hatte Hämatom leider noch nicht angefangen.
Ich machs kurz, um nicht zu viele Textzeilen zu verschwenden. Sie waren grottenschlecht. Wer mit Industrialsound und billigsten Anti-Nazi-Parolen versucht Musik zu machen, der ist einfach noch nicht erwachsen genug um vor einem Publikum aus mehreren hundert Leuten zu spielen. Politik in Musik ist Okay, solange dies auf einem anspruchsvoll hohem Niveau (wie z.b. Dying Fetus) umgesetzt wird. Allein mit der Ansage Hallo Augsburg war der Sänger gleich mal bei den Adelsheimer unten durch. Wahrscheinlich der erste Größenwahn mit daher eingehendem Drogenkonsum und mentaler Verwirrung einer Band die nie über die Position als Vorband hinaus kommen wird.
Als nächstes kam Immortal Remains. Im Vorfeld habe ich nicht viel von ihnen gehalten, aber ich wurde eines besseren belehrt. Zum Glück. Melodic Blackmetal mit dualem Gesang. Growls und Gekeife abwechselnd – das kommt gut. Sie haben auf jeden Fall deutlich von der Soundanlage profitiert die wirklich super war wie sich später bei Eisregen noch herausstellen wird.

Ich hab Eisregen jetzt zum dritten mal Live gesehen (Hexenhaus Tour 2006 in Heidelberg und auch 2006 in Nürnberg), und noch nie hat die Blutkehle Roth so gut gewirkt. Perfekter Hall, zum Teil Gänsehaut bei den Schreien. Die Setlist war durchweg in Ordnung. Sie haben sogar einige gute Sachen von der Krebskolonie gespielt. Allerdings wurden anstatt Nutten einfach Nonnen an die Schweine verfüttert, dann war der Text schon mal entkräftet, und aus der Nachtgeburt wurde eine Geburt in der Nacht. Etwas nachgelassen hat die Stimmung bei dem recht zähen Schlachthausblues, war aber eine gelungene Abwechslung – fast schon zum chillen. Auch ein Einblick in das kommende Album Knochenkult wurde gegeben. Der Titelsong wirkte Live echt gut, und da es auch wieder etwas mehr Geknüppel war, erinnerte er mich an die Höhepunkte von Blutbahnen. Zurück in die Kolonie, mein Lieblingslied von Blutbahnen kam nämlich auch richtig gut. Die Rufe aus dem Publikum nach Krebskolonie verstummten, als er wieder mal seine berühmte Ansage Wir sind hier doch nicht bei Wünsch dir was brachte – wie schon 2006 in Heidelberg. Schade eigentlich, aber um das zu hören muss man wohl ins deutschsprachige Ausland. Standesgemäß wurde das Konzert mit dem Klassiker Thüringen abgeschlossen.
Insgesamt war es ein gelungener Abend, es war ziemlich leer in der Livefactory in Adelsheim was mich selbst verwunderte. Aber eine sehr feine Location. Itchy meinte die fließen machen einen etwas kalten Eindruck .. aber das war nicht mal zum Nachteil fand ich. Positiv war die sehr gute Belüftung, es war zu keiner Zeit stickig und der Sound hatte genau die richtige Lautstärke und Intensivität. Die Anlage war so ziemlich das beste was ich in meinen vielen Jahren bei Metalkonzerten gehört habe und der Preis von 16 Euro war auch angemessen. Ich würde mich freuen, da auch etwas öfter mal Death Metal zu sehen.
Bild gibt es nicht so viele, es war ein echt schlechtes Setting zum fotografieren. Aber die paar, die ich gemacht habe kann man in der Gallery finden. Um genau zu sein: hier.