Wenn ein Magazin oder ein Webzine eine Rezession über Musik, Film oder ein Spiel verfasst, so wird die Rezession niemals perfekt werden. Das Problem liegt darin das Fans sich eine CD oder ein Spiel kaufen, und von da her mit einer ganz anderen Sichtweise an die Dinge heran gehen. Wer gutes Geld zahlt, hofft natürlich nicht Enttäuscht zu werden. Diese Erwartungshaltung spiegelt sich dann auch im Konsum des Mediums wieder. Es wird mit viel mehr Aufmerksamkeit und auch Hingabe gehört, als von einer neutralen Person die ein Medium kostenlos als Testmuster erhält. Auch ist eine neutrale Testperson gerade bei impulsiven Sachen wie Musik oftmals einer anderen Gesinnung als die Konsumenten. Hat man einfach keinen Zugang zu einer bestimmten Band, kann sie von einem Konsumenten wegen ihrer Komplexität bis in den Himmel gelobt werden.
Ich möchte jetzt nicht sämtliche Rezessionen Verfassenden als unfähig abstempeln, aber oftmals schadet es nicht ein klein wenig voreingenommen (im positiven Sinne) an etwas neues heranzugehen um es voll zu genießen. Ebenfalls schadet es nicht im negativen Sinne voreingenommen zu sein, und mit Sachen die einen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht interessieren erst gar nicht zu konsumieren. Selbst wenn diese von einer neutralen Testperson als “Gut” betitelt werden kann einem einfach der Zugang fehlen. Und sich dazu zwingen Spaß zu haben ist ja ein Widerspruch.