Zur Einleitung ein Zitat, wie es auch von mir stammen könnte:
Jeder kennt es, die Zeit vergeht mit zunehmendem Alter wie im Flug. Angefangen hat das so gegen Ende der 9ten Klasse: Als klar war, dass man nur noch 2 Jahre hier ist und das Ende quasi in Sicht war wurde einem erst einmal Bewusst das das Leben nicht ewig so weiter gehen wird. Im Gymnasium war es dann genau so: Das erste Jahr eher zäh, aber sobald man sich eingelebt hatte verging die Zeit schon wieder wie im Flug. Ich hatte bereits Anfang der 12ten Klasse schon die Angst das es bald enden wird. Jetzt nach dem ich ein Jahr studiere ist es wieder der ähnliche Fall. Verstärkt durch das Wissen das die ersten meiner Gymnasiumfreunde schon diesen Sommer mit dem BA-Studium fertig sind oder nur noch ein Jahr studieren müssen, ist es mir vor ein paar Tagen wie schuppen von den Augen gefallen: Hey, so viel ist es gar nicht mehr. Und so unschaffbar sieht es auch gar nicht mal mehr aus - naja, je nachdem wie die Prüfungen dieses Semester laufen. Während das erste Semester noch quälend lange war, ist mir dieses Semester zum ersten mal aufgefallen das ein Semester nur aus ca. 15 Unterrichtswochen besteht. 15 - das hat man schnell. In den ersten 5 wird eh fast nichts gemacht, dann ist schon mal ein drittel um. In den nächsten 5 ist man so vertieft und hat soviel zu tun, dass es einem gar nicht auffällt und in den letzten 5 geht es eh schon auf die Prüfungen zu.
Doch warum ist das so? Ich möchte dies mit einem kleinen Diagramm veranschaulichen:
Legende:
- X-Achse: Absolute Zeit (Zeitkoordinate der 4ten Dimension)
- Y-Achse: Relative Zeit (komplexe Zeitkoordinate der komplexen 4te Dimension)
- Blauer Graph: Subjektive Zeitwahrnehmung
- Roter Graph: Restliche Lebenszeit
- Markierung auf der X-Achse: Momentanes Alter
- Markierung auf der Y-Achse: Momentan gefühlte Zeit
Mit fortschreitendem Alter bewegt man sich linear auf einer Zeitkoordinate. Man bewegt sich allerdings nicht im Sinne einer selbstständiger Bewegung die gesteuert werden kann, sondern eher in Form eines linearen “dahintreibens”. Jeder Punkt auf der Zeitkoordinate steht für einen 4dimensionalen Punkt in unserem Leben, also die eigene Existenz zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten 3dimensionalen Ort.
Der Graph ist auf einen Menschen mit durchschnittlicher Lebenszeit bezogen. Die restliche Lebenszeit beginnt auf der Y-Achse bei der Hälfte der subjektiven Zeitwahrnehmung (Die volle subjektive Zeitwahrnehmung wird als ein Fixpunkt angenommen der die Geburt markiert) und endet auf der X-Achse am Todeszeitpunkt. Man kann sehr schön erkennen das die optimale Zeitwahrnehmung im Kindesalter bei etwa 10 Jahren liegt. Vor der Geburt ist die subjektive Zeitwahrnehmung unendlich lange und nach dem Tod ist die subjektive Zeitwahrnehmung unendlich kurz. Die gefühlte Zeitwahrnehmung sinkt proportional zum Alter wie wohl jedes subjektive Lebewesen an dieser Stelle bestätigen kann. Und ist die Zeitkoordinate nur lang genug, sinkt die Überlebensquote für jeden auf Null.
Folglich kann jeder Augenblick im Leben eines Menschen als ein Anteil an vergangener Lebenszeit (Realteil) und gefühlter Zeit (Komplexteil) angegeben werden. Auf diesem Weg könnte auch der exakte Todeszeitpunkt bestimmt werden. Man müsste lediglich Maßeinheiten für die subjektive Zeitwahrnehmung bestimmen. In dieser Hinsicht hoffe ich auf die Wissenschaftler nachfolgender Generationen.

2 Comments
Oh Gott, es ist schrecklich.
Wie schaffen Sie es bloß jeden Morgen nicht gleich am Frühstück zu ersticken?
Ich frühstücke während der Autofahrt. Während dem Autofahren zu ersticken wäre tödlich.