Dies ist das Archiv für den 09. Dezember 2007.

Die optimale Zeitwahrnehmung in der komplexen 4ten Dimension

Abgelegt unter Subjektiv am 09.12.2007

Zur Einleitung ein Zitat, wie es auch von mir stammen könnte:

Jeder kennt es, die Zeit vergeht mit zunehmendem Alter wie im Flug. Angefangen hat das so gegen Ende der 9ten Klasse: Als klar war, dass man nur noch 2 Jahre hier ist und das Ende quasi in Sicht war wurde einem erst einmal Bewusst das das Leben nicht ewig so weiter gehen wird. Im Gymnasium war es dann genau so: Das erste Jahr eher zäh, aber sobald man sich eingelebt hatte verging die Zeit schon wieder wie im Flug. Ich hatte bereits Anfang der 12ten Klasse schon die Angst das es bald enden wird. Jetzt nach dem ich ein Jahr studiere ist es wieder der ähnliche Fall. Verstärkt durch das Wissen das die ersten meiner Gymnasiumfreunde schon diesen Sommer mit dem BA-Studium fertig sind oder nur noch ein Jahr studieren müssen, ist es mir vor ein paar Tagen wie schuppen von den Augen gefallen: Hey, so viel ist es gar nicht mehr. Und so unschaffbar sieht es auch gar nicht mal mehr aus – naja, je nachdem wie die Prüfungen dieses Semester laufen. Während das erste Semester noch quälend lange war, ist mir dieses Semester zum ersten mal aufgefallen das ein Semester nur aus ca. 15 Unterrichtswochen besteht. 15 – das hat man schnell. In den ersten 5 wird eh fast nichts gemacht, dann ist schon mal ein drittel um. In den nächsten 5 ist man so vertieft und hat soviel zu tun, dass es einem gar nicht auffällt und in den letzten 5 geht es eh schon auf die Prüfungen zu.

Doch warum ist das so? Ich möchte dies mit einem kleinen Diagramm veranschaulichen:

Zeitwahrnehmung

Legende:

  • X-Achse: Absolute Zeit (Zeitkoordinate der 4ten Dimension)
  • Y-Achse: Relative Zeit (komplexe Zeitkoordinate der komplexen 4te Dimension)
  • Blauer Graph: Subjektive Zeitwahrnehmung
  • Roter Graph: Restliche Lebenszeit
  • Markierung auf der X-Achse: Momentanes Alter
  • Markierung auf der Y-Achse: Momentan gefühlte Zeit

Mit fortschreitendem Alter bewegt man sich linear auf einer Zeitkoordinate. Man bewegt sich allerdings nicht im Sinne einer selbstständiger Bewegung die gesteuert werden kann, sondern eher in Form eines linearen “dahintreibens”. Jeder Punkt auf der Zeitkoordinate steht für einen 4dimensionalen Punkt in unserem Leben, also die eigene Existenz zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten 3dimensionalen Ort.

Der Graph ist auf einen Menschen mit durchschnittlicher Lebenszeit bezogen. Die restliche Lebenszeit beginnt auf der Y-Achse bei der Hälfte der subjektiven Zeitwahrnehmung (Die volle subjektive Zeitwahrnehmung wird als ein Fixpunkt angenommen der die Geburt markiert) und endet auf der X-Achse am Todeszeitpunkt. Man kann sehr schön erkennen das die optimale Zeitwahrnehmung im Kindesalter bei etwa 10 Jahren liegt. Vor der Geburt ist die subjektive Zeitwahrnehmung unendlich lange und nach dem Tod ist die subjektive Zeitwahrnehmung unendlich kurz. Die gefühlte Zeitwahrnehmung sinkt proportional zum Alter wie wohl jedes subjektive Lebewesen an dieser Stelle bestätigen kann. Und ist die Zeitkoordinate nur lang genug, sinkt die Überlebensquote für jeden auf Null.

Folglich kann jeder Augenblick im Leben eines Menschen als ein Anteil an vergangener Lebenszeit (Realteil) und gefühlter Zeit (Komplexteil) angegeben werden. Auf diesem Weg könnte auch der exakte Todeszeitpunkt bestimmt werden. Man müsste lediglich Maßeinheiten für die subjektive Zeitwahrnehmung bestimmen. In dieser Hinsicht hoffe ich auf die Wissenschaftler nachfolgender Generationen.

Alternativ? bitte nicht

Abgelegt unter Subjektiv am 09.12.2007

Ich schaute im Sommer gerade MTV. Es kamen die Ärzte live. Und ich regte mich auf. Gut, ich habe früher selber so Sachen gehört, aber im Gegensatz zu denen, die das heutzutage immer noch hören, habe ich mich weiter entwickelt. Behaupte ich zumindest, auch wenn es arrogant klingt. Vielleicht sind aber die anderen gerade noch dabei sich weiter zu entwickeln.

Irgendwie verstehe ich das ganze nicht. Gedankensprung: Spontan fällt mir an dieser Stelle ein Vergleich der Musikindustrie mit Hitler ein. Nicht das ich irgendwelche faschistischen Ideen vertreten will aber wer die Geschichte der letzten Jahrhunderten durchgeht wird gewisse Muster erkennen die sich ständig wiederholen da der Mensch einfach Mensch bleibt. Manipulativ und Machthungrig werfe ich mal als Stichwörter in den Raum. Und eben diese momentane Situation erinnert mich an das dritte Reich. Leider sind Bands heutzutage auf Plattenfirmen und Managements angewiesen – denn sie wollen mit ihrer Musik ja auch jemanden erreichen und Geld verdienen und hängen sich deswegen an Plattenlabels und Managements wie der durchschnittliche Deutsche damals an Hitlers Lösung für alles geglaubt hat. Ohne jemals zu hinterfragen wird immer möglichst Blind konsumieren: „Die andern tun es ja auch“. Ohne ein entsprechendes Management kommt man eigentlich an keine Auftritte mit Zuschauern im 4-5stelligen Bereich ran. Als löbliche Ausnahme könnte ich hier Bolt Thrower erwähnen die neben genialer Musik sich nun auch schon seit über 20 Jahren selbst produzieren und managen.

Bei den meisten Bands ist der Kurs streng vorgegeben: wie die Texte geschrieben werden um die Zielgruppe zu erreichen, welche Ansagen beim Publikum ankommen, wie man sich zu kleiden hat. Bei den Ärzten müssen die Texte müssen für den durchschnittlichen pubertären Teenager sein der schon früh lernt „dagegen“ zu sein. Musikalisch eher einfach gehalten: Bass, Gitarre und ein Schlagzeug welches wohl so unanspruchsvoll zu spielen ist, dass der Schlagzeuger es im stehen bedienen kann, und nebenbei noch eine gute Show abliefern kann.

Es gefällt mir nicht das es inzwischen das coolste ist dagegen zu sein. Ich mag diesen pseudoalternativen Einfluss auf die deutschen Vorstädte nicht. Klar, eine Jugendbewegung eben – ich denke da wird sich auch so schnell nichts daran ändern, zu Fest eingefahren sind die Muster in unserer Gesellschaft inzwischen. Mit diversen Emo-Abarten wird ja inzwischen sogar eine alternative zu den Alternativen angeboten und die Spirale des Machthungrigen Nonsens beginnt von vorn.